Unterstützung durch den Verein ermöglicht Offene Ganztagsschule | PROJEKT KINDERHERZEN
Mai 2015

Unterstützung durch den Verein ermöglicht Offene Ganztagsschule

DSC00251_OGTSDer Verein „Projekt Kinderherzen e.V.“ ermöglicht das Angebot einer Offenen Ganztagsschule am Robert-Koch-Gymnasium

„Morgens nimmt der Mann seine Keule und geht auf die Jagd, und die Hausfrau bleibt zu Hause, um sich um die Kinder zu kümmern!“ Der Satz klang schon damals verspielt und anachronistisch, als ihn Loriot 1991 in seiner Starrolle als Einkaufsleiter einer Röhrenfabrik beim täglichen Ankleiden von sich gab, während seine süffisant lächelnde Gattin ihm seine metaphorische „Keule“ in Gestalt eines ausgeblichenen Regenschirms zur Haustür hinterhertrug. Was in „Pappa ante portas“ noch auf klassisch loriot’sche Art persifliert wird, ist mittlerweile in fast jeder modernen Familie längst Teil der Realität geworden: Die Geschlechterrollen haben sich verändert. Papa geht zur Arbeit – und Mama auch. Die Gründe hierfür sind vielschichtig und bringen die Eltern oft in eine nicht unbedeutende Bredouille. Wer kümmert sich um das Kind oder gar die Kinder, und wie weit kann oder muss man Vertrauen in andere Menschen setzen, ohne als Elternteil ein schlechtes Gewissen zu bekommen? All dies sind berechtigte Fragen, die sich heutzutage ganz von selbst stellen.
Einen magischen Zauberstab, der all diese Herausforderungen mit einem mal wegwischt, gibt es nicht. Wohl aber gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von professionellen pädagogischen Angeboten, die Eltern wie Kindern gleichermaßen zugutekommen. Dass dies auch ohne zusätzliche Kosten und im Rahmen der Schule verantwortlich sowie verlässlich geleistet werden kann, das beweist die Offene Ganztagsschule am Robert-Koch-Gymnasium, die seit dem Schuljahr 2012/13 ihre Pforten geöffnet hat und in Zusammenarbeit mit dem Verein „Projekt Kinderherzen e.V.“ organisiert wird. Seither konnten bereits etliche gemeinsame Projekte zum Wohle der Schülerinnen und Schüler umgesetzt werden, sei es zur Förderung gesunder Ernährung oder zum nachhaltigen Ausbau einer bereits vorhandenen Nachmittagsbetreuung von 13.00 Uhr bis 16.45 Uhr mit Zuschüssen der Regierung von Niederbayern und des Landkreises Deggendorf. In der vorangehenden Mittagszeit zwischen 13.00 Uhr und 13.45 Uhr (bei Bedarf auch schon ab 12.15 Uhr) werden die Schülerinnen und Schüler von einem Betreuer bzw. einer Betreuerin beaufsichtigt. In dieser Zeit besteht auch die Möglichkeit zu einem gemeinsamen Mittagessen in der Mensa des Gymnasiums. Auch Nachmittage mit Wahlunterricht können in den Tagesablauf mit einbezogen werden, so dass sich sogar eventuelle Wartezeiten auf Schulbusse sinnvoll gestalten lassen. Die Betreuungs- und Freizeitangebote wurden von Anbeginn konsequent unter Leitung von pädagogisch geschultem Personal beachtlich ausgeweitet. So bietet etwa eine Kunsterzieherin regelmäßig die Möglichkeit, im Werkraum zu werkeln, und auch hauptamtliche Lehrkräfte bieten wöchentlich Förderunterricht in den Kernfächern an, um eventuell vorhandene Defizite auszugleichen bzw. richtige Lernstrategien auszuarbeiten. Zudem unterstützen Schüler aus höheren Jahrgangsstufen als Tutoren die betreuenden Lehrkräfte, um das richtige Maß an Spiel und Bewegung nicht aus den Augen zu verlieren.
Über die regelmäßig notwendige Personalverwaltung für die Offene Ganztagsschule hinaus hat der Verein Projekt Kinderherzen zudem anlässlich der jüngsten Hochwasserkatastrophe auch einen Spendenaufruf des Robert-Koch-Gymnasiums in vorbildlicher Weise gemanagt, wodurch betroffenen Schülern mit ihren Eltern unkompliziert und rasch mit über 14.500 Euro geholfen werden konnte. 2. Vorsitzender Karl-Heinz Weiderer und der hierfür ehrenamtlich tätige Steuerberater Markus Hilbert freuten sich bei ihrem Vor-Ort-Besuch deshalb umso mehr über den großen Zuspruch, den die zusammen mit dem „RoKo“ durchgeführten Maßnahmen bisher geerntet haben – Tendenz: steigend. Eine zweite Nachmittagsgruppe wurde erst zu Beginn des laufenden Schuljahres eröffnet. Wer an der Offenen Ganztagsschule Interesse hat, kann sein Kind bis zum 15. Mai 2015 für mindestens zwei Nachmittage pro Woche von 13.00 Uhr bis 16.00 Uhr anmelden.

(StR Dr. Schütz)